Über uns: Nützlingseinsatz

Nützlingseinsatz

Der Nützlingseinsatz spielt beim Pflanzenschutz unter Glas eine Hauptrolle. Nützlinge sind die natürlichen Feinde von tierischen Schädlingen. Um frühzeitig die entsprechenden Nützlinge einsetzen und damit einen Erfolg dieser biologischen Bekämpfungsstrategie garantieren zu können, werden die Kulturen täglich genauestens beobachtet.

Encarsia Formosa
Einsatz der Raubmilbe Amblyseius swirskii
Offene Zucht gegen Blattläuse
  • Gegen Weiße Fliege setzen wir beispielsweise schon vorbeugend die Raubwanze Macrolophus ein. Diese sticht Eier, Larven, Puppen sowie adulte Weiße Fliegen an und saugt sie aus. Zusätzlich werden gegen Weiße Fliege sowohl vorbeugend als auch kurativ die beiden Schlupfwespenarten Encarsia (Photo links) und Eretmocerus eingesetzt. Diese parasitieren die Larven der Weißen Fliege, legen also in die Larven der Weißen Fliege selbst ein Ei ab, so dass in der Folge statt einer Weißen Fliege eine neue Schlupfwespe schlüpft.
  • Gegen Thripse setzen wir die Raubmilbe Amblyseius swirskii ein (Photo mitte). Sie kann sich auch von Weißer Fliege, Spinnmilben oder Pollen ernähren, wodurch ein vorbeugender Einsatz möglich ist. Zudem hilft die Raubwanze Orius, den Thripsbefall der Pflanzen zu reduzieren.
  • Gegen Blattläuse bauen wir vorbeugend eine Offene Zucht auf (Photo rechts). Eine Blattlauskolonie besteht in Gewächshäusern stets aus weiblichen Läusen, die ohne befruchtet zu sein, lebendige Junge zur Welt bringen. Die jungen Läuse sind vollständig entwickelt und können gleich mit dem Besaugen der Pflanzenzellen beginnen. Bei zu großen Kolonien entstehen geflügelte Arten, wodurch die Blattläuse sich von einem Befallsherd sehr schnell über das ganze Gewächshaus ausbreiten können.    
    Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, werden einkeimblättrige Pflanzen (z.B. Getreide) zwischen die Kulturpflanzen gestellt und mit Getreideläusen belegt. Die Getreideläuse gedeihen nur auf einkeimblättrigen Pflanzen, stellen also keine Gefahr für die Kulturpflanzen dar. Auf den Getreidepflanzen werden wiederum Schlupfwespen (Aphelinus abdominalis und verschiedene Aphidius-Arten) ausgebracht. Sie ernähren sich zunächst von den vorhandenen Getreideläusen, suchen jedoch auch aktiv nach anderen Läusearten. Sobald in den Kulturen andere Läuse auftreten, die die Kulturpflanzen bedrohen könnten, sind sie zur Stelle.
  • Gegen Rote Spinne setzen wir vorwiegend die Raubmilbe Amblyseius californicus ein. Die Raubmilben können sich außer von Roter Spinne auch von anderen Milbenarten sowie von Blütenstaub ernähren, so dass diese Nützlinge auch einige Zeit ohne Schädling aushalten können. Dadurch wird ein vorbeugender Einsatz möglich. Bei stärkerem Befall wird auch die Raubmilbe Phytoseiulus eingesetzt. Sie ist aktiver als die Raubmilbe Amblyseius, kann jedoch ohne Schädling nicht überleben, da sie sich ausschließlich von Spinnmilben ernährt.

Im Jahr 2014 haben wir für den Nützlingseinsatz ca. 82.000 € aufgewendet, für die Bestäubung von Tomaten und Paprika mit Hummeln 4.300 €.

Bildnachweis Titel: © Sikapaulus / pixelio.de